Warnemünder Woche 2016 klein aber fein

Warnemünder Woche 2016

 “Mitsegeln” auf der streamline Klassen-Regatta, Warnemünder Woche – ein persönlicher Erfahrungsbericht

Streamline Warnemuender Woche 2016

Die Teilnahme an der streamline-Regatta in Warnemünde hat sich für mich recht spontan ergeben. Eigentlich bin ich eher eine Freizeitseglerin, die sich gelegentlich mal – wenn alle Umstände zusammenpassten – ins Trapez hängte. Meistens auf einem Hobie. Bisherige Regattaerfahrung: keine.

Nach mehrfachen Versicherungen, dass “Mitsegeln” auf der streamline nicht nur machbar, sondern sogar ein Riesenspaß wäre, stand ich am Tag nach meiner Zusage morgens am Yachthafen in Warnemünde. Durchwachsenes bis nasses Wetter, 4 bis 5 Windstärken. Die zusammengewürfelte Leihausrüstung wird gleich einem Härtetest unterzogen. Egal.

Nach einer kurzen  Einweisung auf dem Boot und Besprechung der Manöverabläufe kreuzten wir Richtung Regattabahn. Anfangs schien mir die Sache doch nicht nur fun and easy zu sein – bei auflandigem Wind hatten wir ordentlich Welle – und die Manöver waren noch ziemlich “holprig”. Dann kam schon das erste Signal zur Startvorbereitung. Die Anspannung stieg. Der vordere Mann zählt die Zeit runter und schon verlangt der Steuermann nach Gewicht.

Also raus ins Trapez. Das Besondere am Trapezfahren auf der streamline ist schnell beschrieben: zum einen die hohen Geschwindigkeiten, die einen regelrecht übers Wasser fliegen lassen, zum anderen, das Gefühl, in der Trapezhose mit den Kräften am Mast in unmittelbarer Verbindung zu stehen.

Die drei Wettfahrten des ersten Tages wurden zügig hintereinander durchgeführt und bescherten mir die traditionsreiche Ehre als Fünfter der ersten Wettfahrt diesen Bericht zu verfassen.

An Tag 2 hatten wir zu Beginn ablandigen Wind der Stärke 4 bis 5. Leider zogen im Verlauf der Wettfahrt dicke Regenfronten über uns hinweg, die uns von starken Böen, heftigen Niederschlägen bis zur totalen Windstille so ziemlich alles bescherten, Winddreher um bis zu 180 Grad eingeschlossen. Keine wirklich guten Bedingungen für eine Wettfahrt, zumal ich an der Küste anderes erwartet hatte.

Trotzdem kam unsere Crew an diesem Tag in allen drei Wettfahrten ziemlich gut vom Start weg. Leider teilten wir uns die Regattabahn mit der Bootsklasse Skippi, die es mit den Vorfahrtsregeln, zumindest Klassenübergreifend, nicht so genau nahm und uns zu dem ein oder anderen Notmanöver zwang, um Schlimmeres zu verhindern. Sehr ärgerlich!

Besonders gut hat mir das Fahren mit Spi gefallen, wenn die Kräfte von Wind und Segel in meinen Händen eins wurden und die Konzentration auf das Segel mich in einen fast meditativen Zustand versetzten.

Natürlich erfordert eine Wettfahrt auf der streamline viel mehr Erfahrung, Know-how und taktisches Geschick, als ich es als Freizeitseglerin mitbringen könnte. Dennoch ist Mitsegeln auf der streamline mit einem erfahrenen Team im Hintergrund ein faszinierendes Erlebnis und – mit Ausnahme von ein paar blauen Flecken – fast, fun and easy.

Definitiv werde ich zur Wiederholungstäterin.

Anja Brinke, Team NED 2006