Senatspreis 2015

Die Streamline KV Regel besagt, als 5. der ersten Wettfahrt darfst du den Regattabericht schreiben…

Streamline segeln– nichts für Oldies und Newbies?

 Sie können es eben nicht sein lassen – dachten einige um uns herum. Aber beginnen wir mal etwas in der Frühzeit der Streamline.

2003 haben wir das Streamline Projekt in den BYC gebracht. Ich erwähne das nur, weil Axel mich gebeten hat, einen kleinen Rückblick zu erwägen, weil über ein Jahrzehnt Steamline beteiligt zu sein, schon eine lange und im Rückblick sehr schöne Zeit war. Da ja alles Schöne auch einmal zu Ende geht, könnte das die „letzte“ Regatta auf einer Streamline 2015 beim Senatspreis gewesen sein.

2003 begann mein Sohn Jens mit einem Team, gebildet aus 2 / 420ziger Teams. Sohn Sven, jetzt Segelmacher am Wannsee und im BYC Bundesliga Team engagiert, übernahm die Pinne der Club-Streamline anschließend. Wenn man so will, war dieses Boot auch immer ein „kleines“ familiäres Projekt, das uns allen viele schöne Segelerlebnisse beschert hat.

 

Das Boot sorgte am Wannsee sofort für Furore, ein Indikator dafür war und ist die (eilige) successive Herabstufung im Handicapsegeln nach Yardstick; gestartet mit YS 92 muß man heute mit 88 auskommen. Ich möchte das an dieser Stelle nicht weiter diskutieren außer nicht unerwähnt zu lassen, das z.Bsp. eine Melges 24 nach ORC Handicap einer Streamline vergüten muß, ebenso eine 11MOD. Nur im YS sieht man das anders und dieser Fakt ist meiner Meinung nach auch einer der Gründe, warum sich dieses wundervolle „Formel2“ Boot noch nicht in der Breite durchgesetzt hat, wie wir uns das alle gewünscht hätten.

 

Aber seien wir optimistisch, letzt endlich setzt sich Qualität immer wieder durch und das gilt ganz besonders für die Streamline und ist unwidersprochen. (Wer es nicht glaubt, möge auf der website der KV mal nachlesen…)

 

Auch der Senatspreis 2015 mit 14 gemeldeten Streamlines macht wieder gute Hoffnung, das sich die Starterzahlen stabilisieren und von diesem Plateau aus man in den nächsten Jahren vielleicht wieder an alte Meldezahlen anknüpfen kann, wie beim Senatspreis im Jahr 2006 mit über 20 Streamlines an der Startlinie oder hier rückblickend als Textauszug:

22 Streamline zum Saisonabschluss in Berlin16.10.2007                                                                                                                 Wieder Melderekord mit 22 Streamline Booten in Berlin beim Senatspreis des BYC. Am Freitag empfingen uns sehr böige 3 – 5 Windstärken am Wannsee. Wir segelten zwei Wettfahrten, die beide Phillip Kadelbach gewann….usw.“

Das waren noch Zeiten, könnte man heute leicht sagen. Aber das war auch harte Arbeit so viele Sportboote und so viele Streamlines nach Berlin zu holen. Wer einmal über 20 Streamlines auf der Startlinie hat lossegeln sehen, der wird sich natürlich gerne erinnern und sich das wieder wünschen. Vor 2-3 Jahren hat jetzt Axel das Zepter der Vermarktung in die Hand genommen, drücken wir ihm die Daumen, das die Klasse wächst und gedeiht.

Nun haben wir als „Oldie-Team “ mit 62 Jahren an der Pinne und Rolf mit 67 Jahren im Trapez (der verreist war), einige Jahre intensives Streamline segeln hinter uns. Im Club wurden wir auch schon mal etwas skeptisch betrachtet so nach dem Motto, müssen die sich das in dem Alter denn noch antun? Rolf meinte schon vor 2 Jahren, ob wir, besser er es in Zukunft nicht etwas gelassener angehen könnten, das mit dem Regatta segeln. Er dachte da eher an ein H-Boot, Folkeboot wegen der großen Starterfelder oder so ähnlichen. Ich konnte mich mit diesem Gedanken überhaupt nicht anfreunden.

 

Denn die Streamline übt aber auch für Oldies eine ungeheure Anziehungskraft und Faszination aus, was sich jmd. kaum vorstellen kann, der diese Wendigkeit, Schnelligkeit und dabei stabile Sicherheit auch mal bei 6/7 Bfd. auf Downwind erleben durfte. Fängt der Rumpf erstmal an zu singen, singst du gleich mit! Adrenalin pur…

 

Da fällt mir ein, ich sollte ja auch über den Senatspreis 2015 kurz berichten. Da segelst du noch einmal mit und schon hast du einen Bericht an der Backe.

Wir haben die BYC Streamline GER-2003 „Challenger“ gechartert, wir das sind Leon, ein treuer Weggefährte auf der Streamline in all den Jahren, dessen gefühlvolles Spi fahren ich nicht missen wollte. Uns ergänzend Norbert Dreifürst von der SKB, der Erfinder der Wannsee Ferienregatta, der vor 2 Jahren mal locker angefragt hatte, ob er mal Streamline segeln dürfte. Ebenso wurde Birgit vom SC Ahoi ins kalte Wasser geworfen, die eigentlich ihr H-Boot Erika pilotiert und jetzt mal kurzer Hand in die 420ziger Zeit zurück gebeamt wurde und beide eben noch nie auf einer Streamline gewesen!! Da mag sich manch einer gefragt haben, was die denn dann gleich auf einer Regatta wie dem Senatspreis wollen? Sollen doch erst mal üben und das Boot segeln lernen.

Der Regatta ging ein Bootscheck mit 2 stündigem Probesegeln Trapezwesten anprobieren voraus, danach war uns allen klar, das wir ein nur kleines Ziel formulieren durften: nur nicht letzter werden und keine 80 L Wasser beim Spibergen einsammeln müsssen (was dann leider 1 mal passierte). Norbert segelt am Samstag mit und Birgit am Sonntag. Fragte man sie nach der Regatta wie es für sie war, die wir mit einem für uns guten Platz 10 absolvierten, ja man weiß was man getan hat, die Streamline ist schon athletisch sehr anspruchsvoll – also doch nichts für ältere Semester? Nein im Gegenteil, mit ein bisschen Training lässt sich das Boot sicher noch besser bewegen (wir haben die Rollwenden während der Regatta trainiert und ständig verbessert!) und unser Team hätte noch Potential nach oben – meinten beide Novizen richtig glücklich und zufrieden beim ersten Getränk nach Abschluß des Senatspreises. Indiz: Norbert hatte am Sonntag schon x-mal auf den AB gesprochen und wollte wissen, ob wir unseren 9. Platz verteidigen konnten oder hatte er sich noch mehr erhofft?

 

Auf jeden Fall gerne wieder…da siehst du es Axel, war dann doch wohl nicht die letzte Regatta auf einer Streamline, so nach dem Motto: „Halte bitte immer ein Charterboot bereit, für alle Fälle.“

 

Wir möchten es natürlich nicht versäumen, den Teams auf dem Podium ganz herzlich zu ihren Erfolgen zu gratulieren. Die Ergebnislisten kennt ihr ja alle und könnt auf sie zugreifen KV- oder BYC Websites. Peter Knauf steuerte die „Canvas“ von Frido auf Platz 1 und lieferte von allen die beste Serie mit 12 Punkten ab, gefolgt von Wiebke, die immer wieder ihre Steuerkunst aufblitzen lässt, routiniert im Trapez unterstützt von Alex und Christopf und Hansi Feil auf Bronze mit Heydens Svelo.

Übrigens soll der Senatspreis im nächsten Jahr 1-2 Wochen früher stattfinden und der BYC möchte euch dann die vollendete neue Club – Immoblilie nicht vorenthalten.

 

Die Frage, warum wir denn jetzt mit dem Streamline segeln aufgehört haben möchte ich offen lassen, weil ich sonst zu traurig werde….und hier auch mal ein Ende sein muß.

 

Aber vielleicht bringt die große Klasse der Folkeboote uns ja neue, nur andere Herausforderungen. Zu mal die Starterzahlen wie mit über 50 Folkebooten bei der „Rolling Home“ auch mal der Streamline zu gönnen wären!

 

Und Tschüß, mit einer Träne im Auge; bleibt gesund und der Klasse und diesem tollen Boot gewogen und treu!

 

Hans-H. Rüggesiek