Oktoberfest-Regatta

Ein gebrochener Mast, viel Wind vor traumhafter Alpenkulisse gefolgt von einer wilden Nacht im Löwenbrau-Keller. Am nächsten Morgen ein streamline Segler, der noch bis 10 Minuten vorm Start benommen im Auto liegt und dann gleich das Feld komplett aufrollt.

Das war die Erinnerung an den Ammersee 2014.

Jetzt, ein Jahr später sind wir wieder im idyllisch gelegenen Augsburger Seglerverein. Die Windvorhersage lässt unser Herz diesmal nicht unbedingt höher schlagen. Sonniges T-Shirt-Wetter und blauer bayrischer Himmel laden eher zum Wandern ein. Das Wetter ist perfekt für den Wieseneinzug, der parallel in München stattfindet.

Samstagfrüh sind wir die ersten am Hafen. Zu dritt wird angepackt und unsere streamline schwimmt nach ca. 45 Minuten bereits fertig aufgebaut im Wasser. Rekord. Zumindest mal einer.Oktoberfest Regatta Streamline 2015


Jetzt haben wir Zeit. Im Casino des ASC gibt’s Weisswurst Frühstück – aber der Blick auf Windfinder und See sind ernüchternd. Wir warten auf Wind. Keine Frage, die Umgebung ist traumhaft, die Weisswürste lecker, aber wir wollen segeln. Die Startbereitschaft wird immer wieder verschoben. Endlich geht es los, Windfelder bauen sich auf. Wir gehen raus, schließlich wollen wir keine Chance verpassen. Es ist zum …, aber es reicht nicht. Zuwenig Wind, ärgerlich. Nachdem wir die Alpenkulisse jetzt auch ausgiebig vom Schiff aus genießen konnten, geht es wieder zurück. Die Lage ist gefühlt aussichtslos, zumal es inzwischen schon später Nachmittag ist. Schade. Kein Rennen, keine Kämpfe an der Tonne, nichts. Obwohl die Auslaufbereitschaft noch nicht aufgehoben ist, machen wir uns kurzentschlossen auf den Weg nach München. Also ab auf die Autobahn.

Abends ist Oktoberfest im Löwenbräukeller angesagt. Alles trifft sich ab 19.00 in der Stadt. Fast alle bayerischen Crews kommen rausgeputzt in Dirndl und Lederhosen (bis auf einen fränkischen Totalverweigerer). Sogar unser Berliner Präsi trägt, naja Landhausstil. Nachdem sich die ersten nach der “Aufwärm-Mass” schon auf die Tische schwingen, dauert es nicht mehr lange bis die Stimmung am Kochen ist. Skifoahrn, who the f… is Alice und andere Mitgröhlhits kommen aus den Kehlen der streamliner.  Es wird ein langer, lustiger und feucht-fröhlicher Abend.

Sonntagfrüh. Gefühlt zu früh, machen wir uns wieder auf den Weg zum Ammersee, als plötzlich vor uns Andi Gründobler von der GER 2051 mit seinem BMW auftaucht …na gut, dann eröffnen wir eben das Rennen schon auf der Autobahn. Als wir nach einem nicht ganz regelkonformen Überholmanöver an ihm vorbeiziehen, sehen wir auch Andi lachen. Ein guter Start in den Tag – wenn bloß der Wind endlich kommen würde.

Nach einem schönen Frühstück gibt die Wettfahrtleitung grünes Licht. Der Wind reicht zwar bei weitem noch nicht aber die Hoffnung ist da. Mit uns sind auch ein paar Joker auf der Bahn. Beim ersten Hauch startet die Wettfahrtleitung das erste Rennen. Jeder will los und das Ergebnis ist ein Gesamtrückruf. Anstatt gleich wieder neu zu starten werden die Joker auf die Bahn geschickt und danach sind wir wieder dran. Eigentlich reicht der Wind nicht wirklich und so wird das einzige Rennen eine reine Windlotterie. Mit diesen Windbe- dingungen kommt Isabella Knaus, eine erfolgreiche 420er Seglerin am besten zurecht.

Zu unserer Überraschung ist Isabella sogar vor den meisten Jokern im Ziel, obwohl diese 5 Minuten eher gestartet sind – Klasse. Nach diesem Lauf war`s das aber auch schon wieder mit dem Wind und es geht zurück in den Hafen.

Vielen Dank für die Gastfreundschaft des ASC und wir freuen uns schon auf Berlin.

Frank Brinke