INTERVIEW mit Malte

Kaum zwei Saisons am Start und glücklich in der Klasse?

Malte: Na mittlerweile sind wir ja auch schon drei Saisons bei den streamlines mit dabei. Wir sind begeistert vom Boot. streamline – in unseren Augen eine gelungene Kombination aus Sportboot und atlethischem Segeln, wo das Rumgehänge der Vorschoter in der Reling wegfällt. Events wie Gardasee, KiWo oder auch Warnemünde sind cool zum Segeln. Wie alle anderen sind wir aber auch der Meinung, dass ruhig wieder ein paar mehr Boote am Start dabei sein können. Das macht auf dem Wasser und an Land dann doch nochmal mehr Spaß. Da müssen wir alle was für tun, damit wir wieder Felder von 20+ erreichen.

Wie kam der Umstieg auf die streamline zustande? Es gibt auch durchaus Regattafelder mit einem größeren Starterfeld.

Für meine Entscheidung, in der streamline zu segeln, gab es einige Gründe. Nach der langen Zeit zu zweit in der Five und Erfahrungen im Sportbootsegeln auf der J80, reizte mich die Vorstellung, das Mannschaftssegeln mit mehr, als zwei Personen an Bord mit sportlichem, anspruchsvollem und schnellem Segeln zu verbinden. Vor drei Jahren waren auch die Regattafelder der streamline sehr beeindruckend. Kaum eine andere Sportbootklasse hat auf regionalen Regatten größere Felder zusammenbekommen. Da sollten wir auf jeden Fall wieder hin.

Gardasee, Warnemünde, Kiel … alles Segelreviere mit ordentlich Wind. Ihr gehört eher zu den leichteren Crews und schafft auf der Kreuz doch einige gute Meter. Zumindest muss Axel öfters schauen. Was sind Deiner Meinung nach die Tricks dafür?

Ich glaub zu diesem Thema durfte ich letztes Jahr einen Artikel für das streamline Journal schreiben. Ich bin davon überzeugt, auch wenn uns die vermeindlich schwereren Crews anderes einreden wollen, dass man auch in der streamline konsequent trimmen muss. Das heißt nicht nur, mal die Fock- und Großschot ein paar Zentimeter weiter auf zu machen und den Holepunkt eins nach vorne oder hinten zu verstellen, sondern auch mal an den Wanten rumzuschrauben – wenn nötig auch zwischen den Wettfahrten. Sobald wir den Druck auf der Kreuz nicht mehr fahren können, lassen wir den Mast fallen und fahren je nach Bedingungen mehr Biegung. Entscheidend bleibt auf der Kreuz aber, das Boot aufrecht zu segeln, ohne dass das Segel zu sehr schlägt. Jedoch auch dann werden uns Leichten Axel und Co. noch auf der Kreuz einen Tick voraus sein, aber es kommt ja auch noch der Downwind.

In diesem Winter haben Jodel & Vrolijk den Vertrieb der streamline übernommen. Siehst Du darin Potential?

Ehrlich gesagt habe ich mich bisher mit dem Vertrieb der streamline nicht sehr intensiv beschäftigt. Sicherlich wissen wir alle, dass es zur Zeit mit der Nachfrage nach Neubooten nicht rosig aussieht. Die Info, dass sich nun Jodel & Vrolijk dem Vertrieb annehmen, ist für mich neu. Finde ich aber sehr gut.

Ich denke, sie sind nicht nur Profis im Boote konstruieren, sie werden auch sicher wissen, wie sie ihre Boote am besten vertreiben. Und da wir alle wissen, welches Potential die streamline mitbringt, wird das bestimmt gut.

Wie siehst Du die Zukunft der Streamlineklasse?

Wie schon erwähnt müssen wir es langfristig schaffen, wieder Streamlinefelder von 20 und mehr Booten zusammen zu bekommen. Dann sind wir im Vergleich zu anderen Sportbootklassen ähnlich oder sogar besser aufgestellt und können mit den seglerischen Vorteilen der streamline zu anderen Booten, wie der Platu 25, J80 etc., voll punkten. Ich bin davon überzeugt, dass wir das wieder schaffen können.

Hättest Du drei Seglerwünsche frei, welche Stellschrauben würdest Du bewegen wollen?

Bezogen auf die Streamlineklasse würden ich in die Richtung größere Regattafelder und eine internationale Verbreitung des Streamlinesegelns gehen. Problem ist und bleibt ja die große Vielfalt an Sportbootklassen, so dass sich keine richtig etabliert. Daher wäre es doch mal an der Zeit, dass der DSV sich auf die streamline als Sportbootklasse in Deutschland festlegt und diese entsprechend fördert.

Ein Jahr Malte als Präsident der Klassenvereinigung. Was würdest Du verändern?

Ganz ehrlich, auf den Posten hab ich keine Lust. Ich find es super, dass wir so einen Präsi wie Axel haben. Aber wenn es noch Verbesserungen geben könnte, dann vielleicht im Bereich des Anlegebiers. Ein bis zwei Kästen mehr am Steg können da nie schaden. Aber zum Beispiel in Warnemünde ist das schon sehr ausgereift mit den Stegpartys – da bleibt immer was übrig, auch Bier.