Interview mit Frank, Jochen & Lasse

Lieber Frank: Wo ward ihr so lange? Euer Schiff ist ja schon bekannt, aber wer hat euch so verschreckt?

FRANK: Ganz ehrlich, wir mussten uns erst einmal seglerisch ein bisschen rantasten – tja und dann gab’s noch ein Problem mit unserer Eignergemeinschaft. Wir kauften das Schiff ursprünglich zu dritt, zum Regattasegeln. Die Vorstellung darüber ging jedoch auseinander. Seitdem nur noch Jochen und ich Eigner sind, haben wir uns als Crew neu aufgestellt und mit Lasse eine Topbesetzung gefunden.

JOCHEN: Als nicht so erfahrene Regattacrew war der Anfang mit der Streamline auch etwas desillusionierend – aber dank der tollen Unterstützung von allen aus der Streamline KV und besonders Meister Feil konnten wir unser motivationales Tief überwinden und werden mit vollem Elan in die neue Saison starten. Vorsicht Herr Mertens: der Mittelstand kommt!

Dieses Jahr am Lago hat man euch wiederentdeckt. Wie hat es euch gefallen? Was waren so eure Highlights?

JOCHEN: Gardasee war grandios! Der Zusammenhalt der streamliner und die herzliche Aufnahme- toll. Ja und selbstverständlich auch das Segeln bei solchen Windverhältnissen. Man darf nicht vergessen, wir kommen vom Chiemsee, da nennt man so etwas Sturm.

FRANK: So viel Spaß hat‘s uns noch nie gemacht. Auch wenn ich nach den ersten beiden Tagen und gefühlt 30 Sonnenschüssen völlig genervt war, haben wir dank Jochen und Lasse nicht aufgegeben.

LASSE: Am 3. Tag hat dann vieles funktioniert und wir sind das erste Mal im hinteren Feld mitgefahren. Aber das Ergebnis war da auch völlig egal, wir haben wahnsinnig viel gelernt und es hat einfach nur Spaß gemacht. Gardasee wir kommen wieder!

Meine Freundin sagt immer Mast und Schotbruch, wenn ich auf Reisen gehe. Wie ernst kann man das bei euch auf dem Schiff nehmen? Wie ist euer Verschleiß?

FRANK: Da wir uns bisher in brenzligen Situationen immer etwas zurück gehalten haben, hält sich unser Verschleiß momentan noch in Grenzen. Bis auf ein paar gerissene Leinen und Schoten, sowie der ein oder anderen Macke ist noch nicht viel passiert – obwohl: Jochen hat mit seinen Bürofingern das Deck schon öfters blutverschmiert verlassen und ich habe mir am Gardasee ein ziemlich blaues Ohr geholt, Lasse hatte ein fettes Horn.

JOCHEN: Der Verschleiß an Material hielt sich bisher also immer in Grenzen, gelitten hat nur die Crew, ist aber auch günstiger 😉

Kennst du noch die bravo love story von früher? Dr Sommer fragte immer, wo sich alle kennengelernt haben?

FRANK: Oh Mann, das ist eine lange Story. Ich versuch es mal auf die Kürze. Jochen habe ich während seiner Zeit in Nürnberg auf einer Party kennen gelernt – und wir hatten gleich so eine gesunde Antipathie. Jedenfalls musste ich dann am nächsten Tag nach München – und da bat mich die Gastgeberin Jochen (der damals kein Auto hatte) mitzunehmen. Was ich dann auch getan habe. Auf Grund der überbordenden Sympathie und da Jochen ja nach München wollte, habe ich ihn dann im Münchner Norden direkt am Ortseingangsschild ausgesetzt – der Beginn einer großen Freundschaft!

Und Lasse, wie kam der dazu?

FRANK: Kann ich jetzt gar nicht mehr so genau sagen. Jedenfalls kennen wir uns schon ziemlich lang, wir haben zusammen Abi gemacht und waren vor 15 Jahren alle schon mal zusammen in Griechenland segeln. Als unser alter Miteigner Luka vor gut 2 Jahren ausgestiegen ist, war Lasse plötzlich irgendwie da – ja und irgendwie hat dann sofort die Chemie und das Zusammenspiel an Bord gepasst. Seitdem Lasse dabei ist sind wir ein komplettes Team und zu dritt macht es einfach unheimlich viel Spaß!

LASSE: Ich hatte mir gedacht, wenn die so gut segeln wie sie Ski fahren wird das ein geiles Abenteuer. Wir sind dann zusammen ein paar Regatten am Chiemsee gesegelt – ja und es hat einfach gepasst! Unser Crewmotto lautet seitdem: „Oh Mann sehen wir wieder gut aus“ 🙂

Klingt ja nach einer spannenden Truppe. Wie beschreibt ihr euch?

LASSE: Naja, manchmal wie die drei Musketiere, manchmal wie die heiligen drei Könige und manchmal wie die drei Fragezeichen. Aber egal wie: Hauptsache, immer gut aussehen!!!

JOCHEN: In Summe sind wir wohl so etwas wie ein triatletischer Dr. Love mit kreisrundem Haarwuchs auf der Schulter. Wenn’s um’s Segeln geht, sind wir so eine Art, hmmm…..

Ihr kommt ja vom Chiemsee. Wie gefällt euch das Segeln mit der streamline auf dem bayrischen Meer?

FRANK: Wir lieben den Chiemsee. Deshalb heißt unser Schiff ja auch „Klosterschwester“, inspiriert von den Nonnen auf der Fraueninsel. Aber das ist wieder eine andere, etwas bierlastige, Geschichte.

JOCHEN: See, Alpen, Biergärten und die ganzen Stimmung sind schon einzigartig. Zudem ist der Chiemsee nicht so überlaufen. Am Chiemsee haben wir gelernt auch ohne Wind zu segeln. In der Regel passt es aber schon. Speziell sind auch die Sturmvorwarnungen. Da reicht’s oft schon wenn in der Pizzeria ein Cappuccino aufgeschäumt wird.

LASSE: Loben muss man die Chiemseemeisterschaft, eine Regattaserie mit durchschnittlich über 100 Booten, die wir seit Jahren mitsegeln. Das war ein gutes Training, um die streamline kennen zu lernen. Inzwischen sind wir echte Freunde geworden.

Welche seglerischen Ziele habt ihr 2014?

FRANK: Das Ziel 2013 war als neues Team eine gleichmäßige Leistung abzurufen und bei den Klassenregatten nicht Letzter zu werden. Wie wir am Gardasee bewiesen haben, hat es zumindest mit der gleichmäßigen Leistung geklappt.

LASSE: Jetzt, nachdem wir uns auch als Crew ganz gut eingespielt haben, sind wir optimistisch das Feld von hinten angehen zu können.

JOCHEN: Wer Ziele hat braucht ja auch eine Taktik. Deshalb werden wir 2014 weniger am Chiemsee segeln und stattdessen die Bayrischen streamline-Klassenregatten mitsegeln und natürlich auch am Lago dabei sein. Ausserdem haben wir materialmäßig aufgerüstet: Hansi hat uns seine alte Fock geschenkt. Wie schon gesagt, Axel, der Mittelstand kommt 😉

Na dann, wir freuen uns auf euch!