Bootstrimm, Tipps und Tricks zum Grundtrimm Teil 2

Bootstrimm, Tipps und Tricks bei verschiedenen Windfenstern

Windfenster:
Man sollte verschiedene „Windfenster“ definieren, um für jedes „Windfenster“ den eigenen Grundsetup zu entwickeln. Mit Grundsetup meinen wir einen Grundtrimm, den man an Land/auf dem Weg zum Kurs nach der Einschätzung von den Segelbedingungen einstellt. Der Grundsetup ist also der Ausgangspunkt, von welchem ausgehend ein „Racetrimm“ durch feinjustieren gesucht/gefunden wird.

Wir unterscheiden vier Windfenster:
• Leichtwind (LW = 0 – 1Bft.),
• Mittelwind untere Hälfte (MW I = 1 – 2 Bft;)
• Mittelwind obere Hälfte (MW II= 2 – 4 Bft.)
• Starkwind (SW = 4 – 8 Bft.).

Die „Windfenster“ lassen sich auch an der Position der Vorschoter (jeweils 80 kg) charakterisieren:

• LW= beide Vorschoter in Lee oder in der Mitte
• MW (I) = ein Vorschoter im Trapez, aber noch nicht voll abgeseilt
• MW (II) beide Vorschoter voll abgeseilt im Trapez;
• SW= Großsegel muss gefiert werden. In den Böen bildet sich ein Gegenbauch im Groß

Grundtrimm:
Unserer Grundtrimm liegt zwischen MW I und MW II. Dieser Trimm hat sich in diesem Windfenster als schnell erwiesen und wir haben die Werte der Markierungen auf Ober- und Unterwante auf den Wantenspannerskalen notiert. Die Riggspannung ist maximal durchgeholt. Die Mittelwanten (Diamonds) verstellen wir nicht. Sie sollten ohne Riggspannung leicht durchhängen und auf beiden Seite identisch eingestellt sein. Die absoluten Zahlenwerte auf den Wantenskalen können bei unterschiedlichen Booten unterschiedlich sein, da Vorstaglängen und Mastfußpositionen nicht identisch sind. Unterstellen wir, dass die Skalenwerte unseres Grundtrimms bei der Oberwante (OW) bei „30“ und bei der Unterwante (UW) bei „42“ liegen.

Wenn wir also von einem Segeltag im Windfenster MW I ausgehen, werden wir den Grundsetup OW 30, UW 42 einstellen.

Wantenspannung:
Ausgehend von unserem Grundtrimm nehmen wir relative Veränderungen in der Wantenskala vor, um den richtigen Trimm für andere Windfenster zu finden:

  • Windfenster MW I > LW = OW – 2 Wantenskalenstriche („WSS“), UW -1 WSS
  • Windfenster MW I > MW II = OW + 2 („WSS“), UW +1 WSS
  • Windfenster MW II > SW = OW + 5 („WSS“), UW -1 WSS

Keile:
Keile stabilisieren den Mast. Die Lücke bis zum Anschlag in der Mastducht sollte mit Keilen geschlossen werden. Bei LW- und SW-Bedingungen kann eine Lücke von 1 – 2 cm bestehen bleiben. Bei MW II können 1 bis 2 cm mehr Keile als neutral gefahren werden.

Großsegel:
Als Orientierungspunkt dient die zweitoberste Segellatte, die am Wind bei MW-Bedingungen etwa parallel zum Großbaum stehen sollte. Bei LW Bedingungen sollte die Latte oben 15 % aufdrehen, das Bändsel an der Referenzlatte sollte abwehen. Bei MW I sollte das Bändsel etwa 50% anliegen. Bei schlechtem Start auf dem Wasser gibt es nichts zu gewinnen.

Großschot:
Die Einstellung des Dreiecks für den Großschotblock ist sehr wichtig, da dies den Großschotblock in Richtung Mittschifflinie bringt und Voraussetzung für gute Höhe an der Kreuz ist. Das Großschotdreieck sollte vor dem Start so eingestellt werden, dass der Dreiecksblock und der Baumblock Block auf Block sind, wenn die Schotspannung etwa 3-5 cm dichter als optimal eingestellt ist. Insgesamt wird bei MW und SW Bedingungen sehr viel Schotspannung gefahren.

Kicker:
Der Niederholer ist am Wind bis MW I lose und wird dann bei voller Großschotspannung nur angesetzt. Im oberen MW II und SW Bereich, wenn das Großsegel in Böen gefiert wird, kann viel Niederholerspannung gefahren werden.