Alpen-Cup 2009 am Ammersee

Erlebnisse von Hansi, Michi und HC

Nach dem Euro-Cup am Gardasee treffen sich 20 “Streamliner” am Ammersee beim ASC. Für uns Chiemsee-Segler ist es das erste mal, dass mit GER 2063 (Klosterschwester) eine zweite Mannschaft vom Bayrischen Meer am Start ist. Nachdem unsere Wettfahrten am Gardasee einigermaßen durchwachsen waren, lautet unser Motto diesmal: Fehlerquote verringern! Schnell und mit Routine ist unser Boot nach einer knappen Stunde aufgebaut, die Segelanweisungen bei der Wettfahrtleitung abgeholt und genug Getränke und Proviant gebunkert (Verhungern müssen wir auf keinen Fall!). Jetzt schnell raus auf’s Wasser! Nach einigen Probeschlägen und Manövern sind wir bereit für den Start.

Wind: 2-3 Windstärken aus Ost. Ideal für uns! Schon ertönt das Vorbereitungssignal und die Spannung steigt. Wer startet wo? Haben wir die richtige Seite erwischt? Gleich nach dem Startschuss werden wir mehr wissen. Alle Boote liegen eng zusammen. Verdammt, bei diesen Verhältnissen sind wirklich alle schnell. Nach einigen Wenden nähern wir uns der Tonne… und schauen uns ganz ungläubig an: Sind wir wirklich an erster Stelle?
Abfallen an der Tonne, Spi rauf und ab geht`s auf unseren „Horrorschenkel“. Axel, direkt hinter uns, lässt den Puls schneller schlagen. Aber der Abstand zwischen unseren Booten wird weder kleiner, noch größer. Nach 3 Tagen Segeln am Gardasee, bei Windstärken um 5 Bft., klappen die Manöver heute nahezu perfekt. Leetonne, Spi weg, und … ran an den Wind. Es ist kaum zu glauben, aber wir haben auch bei diesem Manöver keinen Meter verloren. Auf der Kreuz wird wieder jeder Winddreher mitgenommen, und so bleiben wir tatsächlich an erster Stelle. Ein letzter Spigang und dann ins Ziel. Sollte doch zu schaffen sein! Ohne große Probleme fahren wir als erste Mannschaft über die Ziellinie. Segeln kann so schön und einfach sein! Kaum haben wir uns wieder ein wenig gefangen ertönt schon das Vorbereitungssignal. Ruhig bleiben, konzentriert segeln – dann wird das schon klappen. Der Wind hat etwas aufgefrischt. Jetzt können wir beide, Michi und ich, ins Trapez. Und wieder liegen wir in Führung. Irgendwo auf der Startkreuz haben wir einen Dreher gut mitgenommen und führen wieder vor Axel. Aber diesmal ist der Abstand noch größer und so geht auch die zweite Wettfahrt an uns.

Bei idealen Wind- und Wetterbedingungen geht es auf zur dritten Wettfahrt. Gleich nach dem Start liegt das Feld wieder eng zusammen: Viele hinter uns, die üblichen Verdächtigen vor uns. Als siebtes Boot überfahren wir die Ziellinie. Axel und seine Crew gewinnen die Wettfahrt und liegen somit in Führung.

Bei ausgezeichnete Wind- und Wetterverhältnissen lässt uns die Wettfahrtleitung gleich noch eine Wettfahrt segeln. Und … täglich grüßt das Murmeltier! Axel als erster im Ziel. Nach dem ersten Tag, und 4 Wettfahrten ist unser Präsi damit schon fast nicht mehr einzuholen. Aber Platz zwei bis sechs trennen nur sechs Punkte, und somit sind die Plätze noch nicht vergeben. Am Abend lassen wir den Tag bei gutem Essen und Freibier gemütlich im ASC ausklingen.

Der nächste Tag beschert uns ein laues Lüftchen, aber trotzdem starten wir um elf Uhr zu einer letzten Wettfahrt. Der Wind lässt weiter nach. Nur Sven kommt noch einigermaßen vernünftig ins Ziel und gewinnt die Wettfahrt mit großem Vorsprung. Wir hingegen kämpfen mit sechs bis sieben anderen Booten an der Leetonne um die Plätze. Eine Halse jagt die andere. Um im Gesamtergebnis den zweiten Platz zu halten, müssen wir mindestens einen vierten Platz einfahren. Die letzten hundert Meter zehren an den Nerven. Im Schneckentempo, ganz langsam nähern wir uns der Ziellinie. Geschafft! Als viertes Boot erreichen wir das Ziel und belegen in der Gesamtwertung den zweiten Platz. Unser bestes Ergebnis dieser Saison. Mit der Siegerehrung endet ein schönes aufregendes Wochenende.